Lesben häufiger von Gewalt in der Partnerschaft betroffen als heterosexuelle Frauen

Im Januar 2013 wurde vom US Amerikanischen „National Centre for Injury Prevention and Control“ eine Untersuchung, das National Intimate Partner and Sexual Violence Survey, veröffentlicht. In der Studie werden Erfahrungen von sexualisierter Gewalt, Vergewaltigung, körperlicher Gewalt und/oder Stalking nach sexueller Orientierung der Opfer analysiert.

Befragt wurden in 2010 insgesamt 9970 Frauen, von denen 9086 Erhebungen ausgewertet werden konnten. Von diesen Frauen haben sich 96,5% als heterosexuelle bezeichnet, 2,2% als bisexuelle Frauen und 1,3% als lesbisch. Auch wurden 8.079 Männer befragt, 7421 Interviews konnten ausgewertet werden. Von den Männern haben sich 96,8% als heterosexuell, 1,2% als bisexuell und 2,0% als schwul bezeichnet.

Die Ergebnisse in Kürze:

Bisexuelle Frauen haben ein deutlich höheres Risiko, in ihrem Leben Opfer von Vergewaltigung, sexualierter Gewalt, körperlicher Gewalt oder Stalking durch eine/n Intimpartner zu werden als vergleichsweise heterosexuelle Frauen oder Lesben.

Vergewaltigung, körperliche Gewalt und/oder Stalking durch eine/n Intimpartner_in:

Lesben: 43,8% Schwule: 26%
Heterosexuelle Frauen: 35% Heterosexuelle Männer: 29%
Bisexuelle Frauen: 61,1% Bisexuelle Männer: 37,3%

Schwere körperliche Gewalt durch eine/n Intimpartner_in (mit der Faust schlagen, gegen etwas schleudern, mit einem Gegenstand schlagen, …)

Lesben: 29,4% Schwule: 16,4%
Heterosexuelle Frauen: 23,6% Heterosexuelle Männer: 13,9%
Bisexuelle Frauen: 49,3% Bisexuelle Männer: zu geringe Datenbasis

 

Die Täter waren bei den bisexuellen und heterosexuellen Frauen vorrangig Männer:
Bisexuelle Frauen: 89,5% Männer als Täter
Heterosexuelle Frauen: 98,7% Männer als Täter

Bei Lesben waren es zu 67,4% Frauen, die sexuelle Gewalt verübt haben.

Bei bisexuellen und heterosexuellen Männern wurde die Gewalt meist von Frauen verübt:
Bisexuelle Männer: 78,5% der Täter waren Frauen
Heterosexuelle Männer: In 99,5% der Fälle waren Frauen die Täterinnen

NISVS_SOfindings_2013

 

 

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