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Wir suchen Verstärkung für unsere Teams in Kassel und Frankfurt

Wir freuen uns über Verstärkung unserer Teams in der psychosozialen Beratung von Lesben, Trans* und queeren Menschen. Die Tätigkeit wird auf der Basis eines Honorarvertrags ausgeübt und umfasst zwischen 3 und 6 Stunden pro Woche. Da wir community-basiert arbeiten, müssen die Berater*innen die Lebenswelten der Klient*innen in ihrem  Sosein spiegeln. Die Beratungen finden in Kassel derzeit in Kooperation mit der Beratungsstelle response statt, in Frankfurt an unterschiedlichen Standorten (zugehende Beratung) oder direkt am Hauptsitz der Beratungsstelle.

Wir erwarten:

  • Eine  Ausbildung oder Fortbildung in der psychosozialen Beratung, bevorzugt in der systemischen Beratung/Therapie.
  • Befähigung zu selbstständigem Arbeiten und zur selbstständigen Koordination im Team.
  • Interesse an Weiterbildungen.
  • Mut und Willen, das Modellprojekt zu gestalten und weiterzuentwickeln.

Wir bieten:

  •  Supervision und Intervision
  • Regelmäßige Teamsitzungen
  • Beratungshonorar und Honorar für Bereitschaft
  • Die Möglichkeit zur Weiterbildung
  • Zeitliche Flexibilität
  • Die Möglichkeit, zusammen eine wunderbare Beratungsstelle zu gestalten.

Ihre Interessensbekundungen schicken Sie bitte per E-Mail an: frankfurt@broken-rainbow.de
Für Rückfragen stehen wir dienstags bis donnerstags von 11h bis 17h unter 069 / 70794300 zur Verfügung.

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Klage gegen Sparkassen für eine geschlechtergerechte Sprache vom BGH abgewiesen

Die achtzigjährige Feministin Marlies Krämer setzt sich schon ihr Leben lang für eine geschlechtersensible Sprache ein und hatte die Sparkassen verklagt, da sie nicht länger hinnehmen möchte, als „Kunde“ oder „Kreditnehmer“ angesprochen zu werden. Die Klägerin Marlies Krämer sieht den Gleichheitsgrundsatz verletzt: „Es ist mein verfassungsmäßig legitimes Recht, dass ich als Frau in Sprache und Schrift erkennbar bin“, sagt sie.

Nun hat das BGH die Klage abgewiesen mit nachfolgender Begründung:

„Die Klägerin beansprucht von der Beklagten, allgemein in Formularen und Vordrucken nicht unter grammatisch männlichen, sondern ausschließlich oder zusätzlich mit grammatisch weiblichen Personenbezeichnungen erfasst zu werden. Einen derartigen allgemeinen Anspruch hat sie nicht [Hervorhebung: CO]

[…] Die Klägerin erfährt allein durch die Verwendung generisch maskuliner Personenbezeichnungen keine Benachteiligung im Sinne von § 3 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Maßgeblich für die Beurteilung, ob die betroffene Person eine weniger günstige Behandlung erfährt als die Vergleichsperson, ist die objektive Sicht eines verständigen Dritten, nicht die subjektive Sicht der betroffenen Person. Der Bedeutungsgehalt grammatisch männlicher Personenbezeichnungen kann nach dem allgemein üblichen Sprachgebrauch und Sprachverständnis Personen umfassen, deren natürliches Geschlecht nicht männlich ist („generisches Maskulinum“). Ein solcher Sprachgebrauch bringt keine Geringschätzung gegenüber Personen zum Ausdruck, deren natürliches Geschlecht nicht männlich ist [Hervorhebungen: CO]

Dabei verkennt der Senat nicht, dass grammatisch maskuline Personenbezeichnungen, die sich auf jedes natürliche Geschlecht beziehen, vor dem Hintergrund der seit den 1970er-Jahren diskutierten Frage der Benachteiligung von Frauen durch Sprachsystem sowie Sprachgebrauch als benachteiligend kritisiert und teilweise nicht mehr so selbstverständlich als verallgemeinernd empfunden werden, wie dies noch in der Vergangenheit der Fall gewesen sein mag. Zwar wird im Bereich der Gesetzgebung und Verwaltung das Ziel verfolgt, die Gleichstellung von Frauen und Männern auch sprachlich zum Ausdruck zu bringen. Gleichwohl werden weiterhin in zahlreichen Gesetzen Personenbezeichnungen im Sinne des generischen Maskulinums verwendet (siehe etwa §§ 21, 30, 38 f., 40 ff. Zahlungskontengesetz: „Kontoinhaber“; §§ 488 ff. BGB „Darlehensnehmer“). Dieser Sprachgebrauch des Gesetzgebers ist zugleich prägend wie kennzeichnend für den allgemeinen Sprachgebrauch und das sich daraus ergebende Sprachverständnis [Hervorhebung: CO].

Es liegt auch keine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts in seiner Ausprägung als Schutz der geschlechtlichen Identität vor, da sich die Beklagte an die Klägerin in persönlichen Gesprächen und in individuellen Schreiben mit der Anrede „Frau […]“ wendet und durch die Verwendung generisch maskuliner Personenbezeichnungen in Vordrucken und Formularen kein Eingriff in den Schutzbereich des Grundrechts erfolgt. Der von der Klägerin geltend gemachte Anspruch ergibt sich angesichts des allgemein üblichen Sprachgebrauchs und Sprachverständnisses auch nicht aus Art. 3 GG.“

Mein Kommentar:
Bis 1957 durften Frauen in Deutschland kein eigenes Konto eröffnen. Seit dem 1. Juli 1977 dürfen Frauen ohne die Zustimmung ihres Ehemannes einer Erwerbstätigkeit nachgehen, bis dahin nur dann, wenn dies mit den Pflichten in Ehe und Familie vereinbar war. Wer das beurteilte? … Der Ehemann. Seit 1998 ist die Vergewaltigung in der Ehe strafbar, war aber bis 2004 lediglich ein Antragsdelikt.

Luise Pusch und Senta Trömel-Plötz sind die Pionierinnen feministischer Linguistik.Bereits 1980 veröffentlichten sie ihr Werk: Sprache, Geschlecht und Macht. Luise Pusch dann in 1984 ihr Buch, „Das Deutsche als Männersprache“. Gerade in den 80er Jahren entwickelte sich eine hohe Sensibilität für die Diskriminierung durch das vermeintliche „generische Maskulinum“, was sich als nichts anderes als ein patriarchales Maskulinum offenbarte.

Das ist inzwischen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Kein*e Politiker*in, kein Mensch des öffentlichen Lebens kann es sich noch erlauben, im generischen Maskulinum zu sprechen. Nicht einmal Horst Seehofer traut sich das. Der Senat hat die Entscheidung wohl wissend um gesellschaftliche Emanzipationsentwicklungen gefällt. Das ist nicht nur retro, sondern eine vorsätzliche Missachtung der Rechte von Frauen; es geht nicht um „die subjektive Sicht der betroffenen Person“, also der Befindlichkeit einer einzelnen Person, sondern um einen gesellschaflichen Zustand, der als patriarchal und heteronormativ beschrieben werden muss. Und ALLE Frauen diskriminiert. Und der Senat weiß das und findet es okay.

Fazit: Das Urteil ist nicht zeitgemäß und unsäglich. Punkt.
Constance Ohms

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Unsere Vereinsgründerin Dr. Constance Ohms erhält den Ehrenpreis der LAG Lesben in NRW:  CouLe – Couragierte Lesben

Der CouLe Preis für couragierte Lesben ergeht dieses Jahr an unsere Vereingsgründerin und Vorstandsfrau Constance Ohms. Der Preis wird zum zweiten Mal verliehen und erging im vergangenen Jahr an Prof. Dr. Maria do Mar Castro Varela. Die Vorgängerin des CouLe Preises ist der Anita Augspurg Preis, den unter anderem Prof. Susanne Baer, Richterin am Bundesverfassungsgericht, Myriam Müntefering, Autorin, Gudrun Fertig und Manuela Kay oder Maren Kroymann und andere Persönlichkeiten, die sich für Lesben eingesetzt haben, erhalten haben.

„Ich bin sehr stolz auf diesen Preis, er ist der erste, den ich aus der Community erhalte. Das ist für mich etwas sehr Besonderes.“  Es ist nunmehr 25 Jahre her, dass Constance Ohms im Orlanda Frauenverlag das Buch “Mehr als das Herz gebrochen – Gewalt in lesbischen Beziehungen“ veröffentlichte und damit ein großes Tabu ins Licht der Öffentlichkeit rückte. Mit diesem Buch wird sie auch über die Grenzen der lesbischen Community hinaus bekannt. Das Buch ist der Beginn ihrer umfassenden publizistischen Tätigkeit rund um das Thema Gewalt in lesbischen, mittlerweile auch queeren, Beziehungen. Es ist aber auch der Beginn ihrer Forschungs- und Beratungstätigkeit für Lesben, Trans*  und queere Menschen. Sie ist Aktivistin, Wissenschaftlerin und ist eine der wenigen Expertinnen auf dem Gebiet der häuslichen Gewalt in gleichgeschlechtlichen und trans* Beziehungen. Mit ihrer beharrlichen Aufklärungsarbeit hat Constance Ohms auch das Selbstbild von der friedfertigen, lesbischen Frau ins Wanken gebracht.

In 2003 hat sie mit Mitstreiterinnen den Verein Broken Rainbow gegründet, dem sie bis heute eng verbunden ist. Der Verein ist inzwischen Träger der Beratungsstelle gewaltfreileben, deren Geschäftsführerin sie nunmehr ist. Hier berät sie Lesben, Trans* und queere Menschen, die Gewalt oder Diskriminierung erlebt haben.

Auch wir sind sehr stolz, dass unsere Vorstandsfrau und Vereinsgründerin den CouLe Preis erhält und sich damit in eine sehr ehrwürdige Reihe von Preisträgerinnen einreiht. Herzlichen Glückwünsch!

Der Festakt zur Verleihung der CouLe, moderiert von der Moderatorin Dr. Ann Marie Krewer, findet am 10. Juni 2018 in Bochum statt.

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Die Istanbul Konvention

Die Istanbul Konvention, das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, besteht seit 2011 und wurde in demselben Jahr von Deutschland unterschrieben, aber erst im Oktober 2017 ratifiziert und ist schließlich am 1. Februar 2018 auch in Deutschland in Kraft getreten.

Ziel der Konvention ist, Frauen vor jeglicher Gewalt und häuslicher Gewalt zu schützen, gegen die Diskriminierung von Frauen vorzugehen und auf die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern hinzuwirken.

In den Erläuterungen zu der Istanbul Konvention CETS_210_Rapex.docx  wird deutlich auf ein Diskriminierungsverbot wegen des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität, wegen des Alters, dem Gesundheitszustand, einer Behinderung, dem ehelichen Status und wegen des Migrations- oder Flüchtlingsstatus hingewiesen. Im Wortlaut heißt es in Artikel 14:

Women may still experience discrimination at hte hands of law enforcement agencies or the judicary when reporting an act of gender-based violence. Similary, gay, lesbian and bisexual victims of domestic violence are often excluded from support services because of their sexual orientation. Certain groups of individuals may also experience discrimination on the basis of their gender identity, which in simple terms means that the gender they identify with is not in conformity with the sex assigned to the at birth. […]“

Das bedeutet, dass die Istanbul Konvention auch auf die Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Trans*, Non-Binarys anzuwenden ist.

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Aktuelle Studie zur Lebenssituation von Trans* in Hessen erhältlich

Forschungsbericht_Trans in Hessen_2017

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Psychosoziale Beratung für Lesben, Trans* und queere Menschen

… die Konflikte in der Partner_innenschaft, im sozialen Nahraum oder wegen ihrer Geschlechtsidentität oder ihrer sexuellen Orientierung erleben.

Web: www.gewaltfreileben.org

Telefon: 069 / 43 00 52 33

E-Mail: beratung@broken-rainbow.de

Live Chat: Montags bis mittwochs von 14h bis 18h, donnerstags von 14h bis 22h

Offene telefonische Sprechstunde: Dienstag bis Donnerstags 14.00h bis 18.00h
Ansonsten Termine nach Vereinbarung

 

 


08000 116 016
Bundesweite Hilfetelefon für von Gewalt betroffene Frauen

Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen bietet Betroffenen die Möglichkeit, sich bundesweit zu jeder Zeit anonym, kompetent, sicher und barrierefrei beraten zu lassen. Die Mitarbeiterinnen stehen hilfesuchenden Frauen vertraulich zur Seite und leiten sie bei Bedarf an die passenden Unterstützungsangebote vor Ort weiter.


 

Kein Raum für Rassimus und Fremdenfeindlichkeit in unseren Communitys

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